Heute bin ich in den Genuss gekommen meine Hände an ein iPad legen zu dürfen. Mein erster Eindruck? Ernüchternd. Natürlich ist es immer noch ein Stück wundervolle Technik. So liegt einem das Internet förmlich in den Händen, wie soll ich dies Bediengefühl erklären; Es war nicht ganz wie eine Zeitschrift, aber so ähnlich fühlte es sich an. Es ist schwer zu beschreiben, wenn man es nicht selbst in den Händen halten konnte.
Das kontrovers diskutierte Gewicht des iPads spielt da auch eine Rolle, zum lesen ist es in einer Hand zu schwer, da muss schon die zweite Hand her. Wer aber “mal eben” Kinokarten reservieren, oder nach dem Fahrplan schauen möchte, geht das problemlos mit einer Hand. Es sollte aber schon eine ausgewachsene Männerhand sein, zierliche Frauenhände so wage ich mal zu behaupten, sollten es mit beiden Händen festhalten. Ich fand es aber nun auch nicht zu schwer, es ist eben kein iPhone geschweige denn ein Kindle.
Zu der Bedienbarkeit sei gesagt, wer ein iPhone oder iPod Touch bedienen kann, kommt auch mit dem iPad sofort zurecht. Aber auch wenn man bisher keines dieser Geräte in den Händen gehalten hat, bedient man intuitiv alles mit den Fingern. Eine Anwendung hat mir ganz besonders gefallen, und zwar Google Maps. Die zoom Geschwindigkeit war fantastisch, aber noch fantastischer war die Streetview Funktion. Ob Eifelturm oder Ground Zero, so nah kommt man diesen Orten nur noch in der Realität. Es macht halt einen Unterschied, wenn man es per Maus oder mit dem Finger bedient. Auch wenn ihr nun denkt der spinnt, ich sags euch, probiert es selbst aus wenn ihr die Möglichkeit dazu habt. Ihr werdet begeistert sein.
Gerne würde ich diese Zeilen jetzt auf dem iPad schreiben, es wäre nämlich ohne weiteres möglich. Ein wenig Übung erfordert es aber schon, denn die Tastatur ist etwas anders angeordnet als auf dem iPhone. Das einzige Manko ist, dass das iPad auf dem Schoß liegen muss wenn man mit etwas mehr als fünf Fingern schreiben möchte. Oder man nutzt Apples Blutooth-Tastatur, aber ehrlich wer möchte das schon?
Apropos Blutooth-Tastatur, da fällt mir doch grad ein ob es möglich sein wird auch mit der angeschlossenen Tastatur Spiele auf dem iPad spielen zu können? Würde mich mal interessieren. Gespielt habe ich nämlich auch. Habor Master HD, Real Racing HD und Labyrinth 2 HD. Grafisch waren alle drei Titel top. Real Racing würde ich grafisch sogar auf dem Niveau einer Nintendo Wii einordnen. Die Steuerung ist die gleiche wie auf dem iPhone man bewegt das iPad zum lenken wie ein Lenkrad, bremsen und Gas geben erfolgt jeweils mit den Fingern. Da das iPad jedoch etwas mehr Gewicht hat als ein iPhone, werden die Arme nach ein paar Runden wohl etwas schwer, für ein Rennen zwischendurch ist es aber sehr gut umgesetzt. Habor Master HD und Labyrint 2 HD spielen sich gleich wie deren “kleine” Vorgänger auf dem iPhone/Touch. Mein Eindruck war jedoch, dass der größere Bildschirm mehr Spielspaß mitsich bringt.
Bringt der Bildschirm beim spielen noch mehr Spaß, büst er beim Filme Genuss schon die gewonnenen Punkte wieder ein. Denn Filme schauen auf dem iPad ist meiner Ansicht nach, so lala. Die Bildqualiät ist zwar auch hier glasklar, das steht außer Frage. Aber ich glaube nicht dass man sich im Bett einen Film anschauen möchte, der 120 Minuten laufzeit hat. Ich zumindest greife da dann doch lieber auf meinen Fernseher im Wohnzimmer zurück. Bei Serien sieht das ganze schon wieder anders aus, die kann man getrost auf dem iPad genießen. Behaupte ich zumindest ohne den Praxistest vollzogen zu haben.
Soundtechnisch geben die eingebauten Lautsprecher das wieder, was auch aus einem MacBook kommt. Wer also auf Dolbysouround setzt, muss sich Kopfhörer aufsetzen.
Ich könnte nun noch viel mehr schreiben, ich denke aber das ich meine wichtigsten Eindrücke zum iPad geschildert habe. Eine Frage steht jetzt nur noch im Raum, braucht man ein iPad? Ich schrieb ja zu Beginn das der erste Eindruck ernüchternd gewesen ist. Das iPad ist ein Konsumer-Gerät. So soll man Filme, Musik und Bücher im iTunes-Store kaufen, und diese auf dem iPad wiedergeben und genießen. Aus meiner Sicht wird sich das wahre Potential erst in der zweiten oder dritten Generation zeigen, genauso wie es beim iPhone der Fall war. Dennoch wer einmal ein iPad in der Hand gehalten hat, mag es so schnell nicht wieder hergeben wollen. Am Freitag erscheint in den USA das iPad 3G, wir in Europa müssen uns noch bis zum 10. Mai gedulden, und selbst da bekommen wir erstmal nur den Preis und ein Erscheinungsdatum. Ob man sich dann ein iPad kauft, sei jedem selbst überlassen. Ich jedenfalls bin hin und her gerissen, von dem was ich heute in meinen Händen hielt.